Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-03)
Die elektrische Stromstärke wird auch vereinfacht Strom genannt.
Sie gibt an, wie viele Ladungsträger (hier: Elektronen) pro Zeiteinheit (hier: Sekunde) durch den Querschnitt eines Leiters (z. B. eines Kabels) fließen.
1 Formelzeichen und Einheit
Das Formelzeichen der elektrischen Stromstärke ist .
Ihre Dimension (Einheit) ist das Ampere, benannt nach André-Marie Ampère, und wird mit dem Einheitszeichen A abgekürzt.
(sprich: „Die Dimension von ist das Ampere.“)
Das Ampere ist eine der SI-Basiseinheiten. Ein Ampere entspricht im internationalen Einheitensystem (SI) einem Strom von (Coulomb), also ca. Elementarladungen (gut 6 Trillionen Elektronen) pro Sekunde durch einen Leiterquerschnitt.
Der Großbuchstabe steht für einen konstanten Gleichstrom oder den konstanten Mittelwert eines zeitabhängigen Wechselstroms.
Zur Kennzeichnung einer zeitabhängigen Stromstärke wird der Kleinbuchstabe für den Augenblickswert des Stromes verwendet. Dies kommt z.B. beim Laden und Entladen von Kondensatoren bzw. Kapazitäten, beim Ein- und Ausschalten von Spulen bzw. Induktivitäten sowie bei Wechselstrom zum Einsatz.
In der komplexen Wechselstromrechnung wird für die Stromstärke als komplexe Größe das Formelzeichen verwendet.
2 Praxis-/Rechenbeispiele
Der Strom ergibt sich aus der Zahl der Ladungsträger, die in einer bestimmten Zeit einen definierten Querschnitt passieren:
2.1 Strom durch eine Glühlampe
Der Strom, der aus einer Batterie durch eine Glühlampe fließt, wird beispielsweise so angegeben:
2.2 Ladestrom eines Kondensators
Die Formel für den Strom beim Laden eines Kondensators über einen Widerstand lautet beispielsweise:
Dabei ist:
- der Strom als Funktion der Zeit
- der Anfangsstrom
- die Eulersche Zahl ()
- die Zeit als Funktionsvariable
- der Widerstand, der in Reihe mit dem Kondensator liegt
- die Kapazität des Kondensators
Diese Formel beschreibt den exponentiellen Abfall des Stroms während des Ladevorgangs einer Kapazität. Ist der Kondensator voll (praktisch nach der fünffachen Zeitkonstante ), fließt auch kein Ladestrom mehr. Im Gleichstromkreis wirkt der Kondensator nach Ablauf der fünffachen Zeitkonstante wie eine Unterbrechung.
2.3 Netzstrom
Der Netzstrom, der aus der Steckdose kommt, wird so geschrieben:
Dabei ist:
- die momentane Stromstärke als Funktion der Zeit
- der Scheitelwert (die Amplitude) des Stroms
- die Kreisfrequenz: , dabei ist:
- die Kreiszahl,
- f die Frequenz, hier: 50 Hz
- hier:
- die Zeit
Diese Formel beschreibt den sinusförmigen Verlauf des Wechselstroms, der dem Stromnetz von einer ohm’schen Last, z. B. einer Glühlampe oder einem Heizgerät, entnommen werden kann.
3 Gängige Größenordnungen
Während der Basisstrom eines bipolaren Transistors einige Mikroampere () oder weniger betragen kann, fließen nicht selten einige hundert Kiloampere () durch die Leitungen in den Netzen von Energieversorgern.
4 Formulierungsbeispiele
- „Durch die Zuleitung des Heizlüfters fließt ein Strom von .“
- „Die Feingerätesicherung löst beim Überschreiten der Stromstärke von aus.“
- „Der Vorwiderstand ist so ausgelegt, dass durch die Leuchtdiode ein Strom von fließt.“
- „Die maximal zulässige Stromstärke durch eine handelsübliche Verlängerungsleitung beträgt .“
5 Verwandte Größen
- Strom und Spannung an einem Widerstand sind zueinander Proportional. Zusammen mit der Spannung und dem Widerstand kommt die Stromstärke daher in der Formel zum Ohm’schen Gesetz vor:
(bei konstantem Strom)
- Die Stromdichte ist der Quotient aus der Stromstärke und der Querschnittsfläche, durch die der Strom fließt:
6 Relevante Bauelemente
In den meisten Anwendungen fließt Strom durch alle Bauelemente einer Schaltung.
Für die Auslegung (Dimensionierung) dieser Bauelemente spielt der Strom eine besonders wichtige Rolle:
- Leiter
- Widerstand
- Schalter
- Relais und Schütz
- Batterie und Akku
- Kondensator
- Spule
Zur Messung der Stromstärke kommt das Multimeter zum Einsatz.
