Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-03)
Die Stromdichte beschreibt, wie viel elektrischer Strom pro Flächeneinheit durch einen Leiterquerschnitt fließt. Sie ist ein wichtiges Maß für die thermische Belastung von Leitern und bestimmt deren Strombelastbarkeit.
Vektorgröße im homogenen Feld → skalare Größe
Es handelt sich hier um eine vektorielle Größe. Diese wird in diesem Skript allerdings konventionsgemäß im Kontext des homogenen Feldes als skalare Größe behandelt (zur ausführlichen Begründung).
1 Formelzeichen und Einheit
Das Formelzeichen der Stromdichte ist bzw. (als skalare Größe).
Ihre Einheit ist Ampere pro Quadratmeter oder Ampere pro Quadratmillimeter:
2 Praxis-/Rechenbeispiele
Die Stromdichte ist definiert als Quotient aus Stromstärke und Querschnittsfläche:
2.1 Stromdichte in einem Leiter
Die Stromdichte in einem Leiter mit Querschnitt bei einem Strom von :
2.2 Hausinstallation nach DIN VDE
Typische Werte für Installationsleitungen:
- für :
- für :
- für :
2.3 Querschnittsbestimmung
Bei gegebenem Strom und zulässiger Stromdichte den erforderlichen Querschnitt bestimmen:
Für und :
3 Gängige Größenordnungen
- Hausinstallation (zulässige Dauerlast): bis
- Industrielle Stromschienen: bis
- Motoren (Nennbetrieb): bis
- Transformatorwicklungen: bis
- Kurzzeitbetrieb (Anlaufströme): bis
4 Formulierungsbeispiele
- „Die Stromdichte im Leiter beträgt .”
- „Eine 16-A-Leitung mit hat eine maximale Stromdichte von .”
- „Für Dauerbetrieb bei ist mindestens Querschnitt erforderlich.”
- „Die hohe Stromdichte beim Motoranlauf ist nur kurzzeitig zulässig.”
5 Verwandte Größen
- Stromstärke und Querschnitt:
- Maximale Strombelastbarkeit:
- Lokales Ohmsches Gesetz mit Leitfähigkeit:
- Verlustleistung pro Volumen:
6 Verwandte Bauteile
- Leiter, Leitung, Kabel: Dimensionierung nach zulässiger Stromdichte
- Transformator: Wicklungsquerschnitte werden nach Stromdichte ausgelegt.
- Elektromotor: Wicklungen müssen thermisch dimensioniert werden.
