Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2026-03-02)

Charles Proteus Steinmetz (1865–1923), geboren als Karl August Rudolf Steinmetz in Breslau, war ein deutsch-amerikanischer Elektroingenieur und Mathematiker, der die praktische Anwendung der Wechselstromtechnik entscheidend vorangebracht hat. Wegen seiner politischen Überzeugungen verließ er Deutschland und wanderte 1889 in die USA aus, wo er bei der General Electric Company (GE) in Schenectady, New York, eine herausragende Karriere machte.
Steinmetz’ größter Beitrag zur Elektrotechnik ist die Einführung der komplexen Rechnung in die Wechselstromanalyse. Er erkannte, dass sich die bis dahin umständlichen trigonometrischen Berechnungen von Wechselstromschaltungen dramatisch vereinfachen lassen, wenn man sinusförmige Spannungen und Ströme als komplexe Zeiger darstellt. Sein 1893 veröffentlichter Aufsatz „Complex Quantities and Their Use in Electrical Engineering” und sein Buch „Theory and Calculation of Alternating Current Phenomena” (1897) machten die Impedanzrechnung zum Standardwerkzeug der Elektrotechnik – ein Werkzeug, das Ingenieure weltweit bis heute verwenden.
Ein weiterer bedeutender Beitrag ist die Steinmetz-Gleichung zur Berechnung der Hystereseverluste in ferromagnetischen Materialien:
Dabei sind eine materialabhängige Konstante, die Frequenz, die maximale magnetische Flussdichte und der Steinmetz-Exponent (typisch bis ). Diese Gleichung ist bis heute Grundlage für die Berechnung von Eisenverlusten in Transformatoren und Elektromotoren.
Steinmetz war darüber hinaus ein Experte für Blitzschutz und Hochspannungstechnik. In seinem Labor bei GE erzeugte er künstliche Blitze, um die Auswirkungen von Überspannungen auf elektrische Anlagen zu untersuchen. Er hielt über 200 Patente und war Professor am Union College – trotz einer schweren körperlichen Behinderung, die ihn seit Geburt begleitete.
Referenz und zum Weiterlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Proteus_Steinmetz
Bildquelle: Wikipedia
