Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-12-07)

Bezug zu ET1-04 Elektrischer Widerstand


Aufgabe

Ein elektrisches Heizelement aus Nickel-Chrom-Draht (NiCr) wird in einem Industrieofen eingesetzt. Bei Raumtemperatur () beträgt der Widerstand des Heizelements .

Im Betrieb erwärmt sich der Heizdraht auf eine Temperatur von .

Der Temperaturkoeffizient von NiCr beträgt .

a) Berechnen Sie den Widerstand des Heizelements bei Betriebstemperatur.

b) Das Heizelement wird an einer Spannung von betrieben. Berechnen Sie den Strom und die Leistung im kalten Zustand (bei ).

c) Berechnen Sie den Strom und die Leistung im heißen Zustand (bei ).

d) Um wie viel Prozent ändert sich die Leistungsaufnahme zwischen Kalt- und Warmzustand?


Lösung

Gegeben

Explizit gegeben:

  • Widerstand bei Raumtemperatur:
  • Raumtemperatur:
  • Betriebstemperatur:
  • Temperaturkoeffizient NiCr:
  • Betriebsspannung:

Bekannt:

  • Temperaturabhängigkeit des Widerstands:
  • Temperaturdifferenz:
  • Ohmsches Gesetz:
  • Elektrische Leistung:

Dabei ist:

  • der Widerstand bei Temperatur in Ohm ()
  • der Widerstand bei (Bezugstemperatur) in Ohm ()
  • der Temperaturkoeffizient bei in
  • die Temperaturdifferenz zur Bezugstemperatur in Kelvin ()
  • die Stromstärke in Ampere ()
  • die Leistung in Watt ()

Gesucht

a) Widerstand bei
b) Strom und Leistung bei
c) Strom und Leistung bei
d) Relative Leistungsänderung in Prozent


a) Widerstand bei Betriebstemperatur

Die Temperaturdifferenz beträgt:

Der Widerstand bei :

Hinweis zur Materialwahl

NiCr (Nickel-Chrom, auch bekannt als Nichrome) hat einen besonders niedrigen Temperaturkoeffizienten () verglichen mit reinen Metallen wie Kupfer (). Dies macht NiCr ideal für Heizelemente, da die Widerstandsänderung bei hohen Temperaturen moderat bleibt.

b) Strom und Leistung im kalten Zustand

Strom bei :

Leistung bei :

Kontrolle über :

c) Strom und Leistung im heißen Zustand

Strom bei :

Leistung bei :

Kontrolle über :

d) Relative Leistungsänderung

Die relative Leistungsänderung beträgt:

Die Leistungsaufnahme nimmt um etwa 24% ab, wenn das Heizelement seine Betriebstemperatur erreicht.

Praktische Konsequenz

Dieses Verhalten ist typisch für ohmsche Heizelemente: Beim Einschalten fließt ein höherer Einschaltstrom, der mit zunehmender Erwärmung abnimmt. Die Regelung von Industrieöfen muss dieses Verhalten berücksichtigen. Bei Glühlampen ist der Effekt noch drastischer (Wolframdraht hat ), weshalb dort der Einschaltstrom etwa das 10- bis 15-fache des Betriebsstroms betragen kann.