Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-02)
1 Wie sieht er aus?
Ein Steckkontakt (connector) besteht aus Stecker (pin) und Buchse (socket).
Stecker
Ein zylindrischer Metallstift mit geschlitzter oder federnder Oberfläche (Lamellen), der für sicheren Kontakt sorgt. Der Stift ist meist in ein Kunststoffgehäuse eingebettet, das als Griff dient und oft farbig markiert ist (z. B. rot oder schwarz für Plus/Minus). Am hinteren Ende befindet sich eine Klemm-, Schraub- oder Lötverbindung für die Leitung sowie oft auch eine Buchse, um eine weitere Leitung abzuzweigen.
In Europa ist ein Durchmesser von 4 mm Standard, es existieren jedoch auch andere Baugrößen, etwa 2 mm für feinere Laboranwendungen oder 6 mm für höhere Stromstärken. Manche Bauformen sind zudem federlos ausgeführt oder besitzen seitliche Verriegelungen. Der Querschnitt der angeschlossenen Leitung passt idealerweise zum Stecker und zur Stromstärke.

Bananenstecker

Bananenbuchse mit -stecker
hier: In der Gehäusefront eines Netzgerätes

TRRS-Stecker
hier: Audio-Stecker (Apple EarPod) mit vier Kontakten zum Anschluss des Headsets mit Mikrofon, Tasten zur Lautstärkesteuerung und Gesprächsannahme

Steckdose ohne Gehäuse
eigentlich: Schutzkontaktbuchse, Gegenstück zum Schutzkontaktstecker

Steckkontakte einer Platine
Die Steuerplatine wird über passende Buchsen (Terminals) mit der zu steuernden Anlage (hier: Wärmepumpe) verbunden.
Gegenstück: Buchse
Die passende Gegenseite zum Stecker ist die Buchse (socket). Die Bananenbuchse besitzt eine zylindrische Bohrung mit leitendem Kontakt im Inneren. Sie ist meist in Gerätefrontplatten, Laborsteckfeldern oder Messleitungen integriert und nimmt den Stecker formschlüssig auf. Buchsen sind häufig farblich gekennzeichnet und in verschiedenen Baugrößen mit unterschiedlich vielen Kontakten erhältlich. Ein weiteres Beispiel für eine Buchse ist die haushaltsübliche Steckdose (Schutzkontakt-Buchse).
2 Was kann er?
Der Stecker wird genutzt, um lösbare, elektrisch leitende Verbindungen zwischen Bauelementen herzustellen. Das Gegenstück zur gesteckten Verbindung ist die unlösbare Verbindung, die z. B. durch Löten hergestellt wird. Er sorgt für schnellen Anschluss und Trennung ohne Werkzeug, ist mechanisch stabil und elektrisch sicher.
Der Bananenstecker ist ein Typ von Steckern. Der Fachbegriff für den Bananenstecker (engl. banana plug) ist Federstecker oder Lamellenstecker. Sie werden auch oft als Laborstecker bezeichnet, da sie häufig in Laborumgebungen verwendet werden. Ein Bananenstecker ist ein einadriger elektrischer Steckverbinder, der typischerweise zum Verbinden von Leitungen mit Netz- oder Messgeräten verwendet wird.
Andere Typen von Steckverbindungen sind mehradrig, wie TRRS-Stecker/Buchse oder auch vielpolige Platinen-Steckverbinder.
3 Wie funktioniert er?
Der Stecker wird in eine passende Buchse gesteckt. Beim Bananenstecker pressen sich die Lamellen oder Federn am Metallstift gegen die Innenwand der Buchse und stellen so eine großflächige elektrische Kontaktverbindung her. Bei anderen Steckverbindungen wie dem Schutzkontaktstecker klemmen die Federn in der Buchse den Metallstift des Steckers fest und sorgen so für Halt und einen geringen Übergangswiderstand.
4 Wie sieht er von innen aus?
Im Inneren des Steckers befindet sich die Verbindung zwischen angeschlossener Leitung und den Kontaktstiften, die entweder durch Löten, Quetschen oder durch eine Schraub- bzw. Klemmverbindung hergestellt wird. Oft isoliert ein Kunststoffgehäuse den Stecker, dient als Griff und fungiert ggf. auch als Zugentlastung.
5 Welche Rolle spielt er in der Lehre?
Stecker, insbes. Bananenstecker, sind Standard in Laboren, da sie schnelles und sicheres Verbinden von Messleitungen, Versuchsaufbauten und Prüfgeräten ermöglichen. Sie sind robust, einfach zu handhaben und in zahlreichen Experimenten wiederverwendbar. Durch unterschiedliche Farben lässt sich der Überblick über die gesteckten Schaltungen leichter herstellen.
6 Welche Rolle spielt er in der Praxis?
Schutzkontaktstecker verbinden Haushaltsgeräte und Werkzeuge zweiadrig (L und N) oder dreiadrig (L, N und PE (Schutzleiter)) mit dem Versorgungsnetz.
Im industriellen Umfeld kommen häufig mehrpolige CEE-Steckverbinder zum Einsatz, um Maschinen und Anlagen mit Energie zu versorgen. In Geräten kommen sämtliche Typen von ein- und mehrpoligen Steckverbindungen zum Einsatz.
Bananenstecker kommen in der Messtechnik, bei Laboraufbauten, Prüfgeräten und Lautsprecheranschlüssen zum Einsatz. Sie sind verbreitet in Werkstätten, Schulen, Hochschulen und industriellen Prüfplätzen.
Symbolik
- Kennbuchstabe in Schaltplänen: X
- Eine Steckverbindung wird in Schaltplänen als lösbare Verbindung mit einem hohlen Kringel symbolisiert.

Berechnungen
Zu Steckverbindungen werden in den Grundlagen der Elektrotechnik keine Berechnungen angestellt.
