Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-03)

Die Induktivität ist ein Maß für die „Trägheit“ des elektrischen Stroms in Spulen: Ändert sich die Stromstärke, entsteht in der Spule eine Gegenspannung, die diese Änderung bremst. Je höher die Induktivität, desto größer die „Trägheit“. Sie ist eine Systemeigenschaft (Geometrie, Material, Feldführung).

1 Formelzeichen und Einheit

Das Formelzeichen der Induktivät ist der Buchstabe .
Ihre Einheit ist das Henry, benannt nach Joseph Henry, mit dem Einheitenzeichen :

2 Praxis-/Rechenbeispiele

2.1 Induktivität einer Spule

Dabei ist:

  • die magnetische Feldkonstante (Permeabilität des Vakuums)
  • die Permeabilitätszahl des Spulenkerns (1 für eine Luftspule)
  • die Windungszahl
  • die wirksame Fläche, hier Kreisfläche:
  • die wirksame Länge, im Falle einer Kreisringspule: mittlere Länge

Beispiel Luftspule: .

2.2 Selbstinduktion

Je größer die Stromänderung, desto größer die Gegenspannung bei gleicher Änderungsrate (Differentialgesetz der Selbstinduktion):

2.3 Magnetische Energie

Die im Magnetfeld einer Spule gespeicherte Energie ist:

  • Beispiel:

2.4 Blindwiderstand

Induktiver Blindwiderstand (Reaktanz) bei Betrieb einer Spule an sinusförmiger Wechselspannung:

  • Beispiel:

3 Gängige Größenordnungen

Typischer Bereich der Induktivitäten in technischen Systemen:

4 Formulierungsbeispiele

  • „Die Induktivität beträgt (Millihenry).“
  • „Bei gegebener Frequenz ergibt sich die induktive Reaktanz zu:
  • „Die im Magnetfeld gespeicherte Energie ist: .“

5 Verwandte Größen

  • Zusammenhang zum Wechselstrombetrieb:

6 Verwandte Bauelemente