Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-11-09)

Bezug zu ET1-07 Analyse linearer Schaltungen


Aufgabe

Die skizzierte Schaltung ist gegeben mit:

  • Spannungsquelle: mit Innenwiderstand
  • Vorwiderstand in Reihe zur Quelle
  • Parallel zur Ausgangsklemme:

a) Bestimmen Sie die Ersatzspannungsquelle (Thévenin): Leerlaufspannung und Innenwiderstand !
b) Berechnen Sie Klemmenspannung und Stromstärke bei angeschlossenem Lastwiderstand !
c) Bei welchem Lastwiderstand wird die maximale Leistung übertragen? Wie groß ist diese Leistung?

◀️ zur Aufgabe


Lösung

Gegeben

Explizit gegeben:

  • Spannungsquelle: , Innenwiderstand
  • Widerstände: ,
  • Lastwiderstand: (für Teilaufgabe b)

Bekannt:

Gesucht

a) Leerlaufspannung in , Innenwiderstand in
b) Klemmenspannung in , Strom in
c) Lastwiderstand für maximale Leistung in , maximale Leistung in

a) Ersatzspannungsquelle (Thévenin)

Leerlaufspannung :
Bei offenen Klemmen (Leerlauf, ohne ) fließt der Strom durch die Reihenschaltung von , und :

Gesamtwiderstand im Leerlauf:

Strom im Leerlauf:

Leerlaufspannung (= Spannung über ):

Alternativ mit Spannungsteiler:

Innenwiderstand :
Zur Bestimmung des Innenwiderstands wird die Spannungsquelle deaktiviert (kurzgeschlossen).

Die Reihenschaltung von und liegt dann parallel zu :

b) Klemmenspannung und Strom bei

Mit der Ersatzspannungsquelle:

Laststrom:

Klemmenspannung:

Alternativ:

c) Maximale Leistungsübertragung

Lastwiderstand für maximale Leistung:

Bei Leistungsanpassung gilt:

Maximale Leistung:
Strom bei Leistungsanpassung:

Maximale Leistung an der Last:

Alternativ:

Leistungsanpassung

Bei Leistungsanpassung () wird die maximale Leistung an die Last übertragen. Dabei gilt:

  • Die Spannung teilt sich gleichmäßig auf:
  • Der Wirkungsgrad beträgt nur 50% (die andere Hälfte der Leistung wird im Innenwiderstand in Wärme umgewandelt)
    In der Praxis wird Leistungsanpassung nur angestrebt, wenn maximale Leistungsübertragung wichtiger ist als Wirkungsgrad (z.B. in der Nachrichtentechnik)