Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-03)

1 Wie sieht sie aus?

Eine Steckbrücke ist eine kurze, meist flexible isolierte Leitung mit einem metallischen Kontakt an jedem Ende. Typische Bauformen sind:

  • Stift-auf-Stift (male-male): zwei gerade Steckkontakte, z. B. für Steckbretter.
  • Buchse-auf-Stift (female-male): eine Seite Hülse, eine Seite Stift, für Übergänge von Platinen zu Steckbrettern.
  • Buchse-auf-Buchse (female-female): beide Enden als Hülse, z. B. zur Verbindung von Modulen mit Stiftleisten.
    Steckbrücken sind meist bunt isoliert, um die Übersicht im Aufbau zu erleichtern.
    Sie kommen auch in Form von kleinen Schaltern oder fest verlöteten Drahtbrücken in Schaltungen vor.


Steckbrücken und verschiedenen Farben und Längen


Steckbrücken auf Steckbrett


Schaltbare Steckbrücken
DIP-Schalter zur Konfiguration der Steuerplatine

2 Was kann sie?

Steckbrücken stellen schnell lösbare elektrische Verbindungen zwischen zwei Kontakten her. Sie werden vor allem bei Experimenten, Prototypen und in der Ausbildung in Verbindung mit einem Steckbrett (breadboard) verwendet, um Schaltungen ohne Löten aufzubauen.

3 Wie funktioniert sie?

Die metallischen Kontakte an den Enden der Steckbrücke greifen in passende Buchsen- oder Stiftkontakte. Die Kontaktkraft sorgt für geringen Übergangswiderstand. Elektrisch ist eine Steckbrücke nichts anderes als ein kurzer Leiter.

4 Wie sieht sie von innen aus?

Unter der Kunststoffisolierung befindet sich ein dünner Kupferleiter (meist Litze), der an den Kontaktstiften oder -hülsen elektrisch leitend befestigt ist. Die Endstücke sind oft vercrimpt (gequetscht) oder verlötet.

5 Welche Rolle spielt sie in der Lehre?

Steckbrücken sind Standard im Labor und bei Versuchen auf dem Steckbrett. Sie erlauben schnelle Änderungen von Schaltungen und fördern das Verständnis von Strompfaden, Parallelschaltungen und Kurzschlüssen. Durch die Farbkennzeichnung wird die Übersichtlichkeit im Aufbau erhöht.

6 Welche Rolle spielt sie in der Praxis?

In der Praxis werden Steckbrücken vor allem bei Entwicklung und im Prototypenbau eingesetzt. In Seriengeräten sind sie unüblich, dort werden feste Leiterbahnen oder Steckverbinder verwendet. Eine Ausnahme bilden kleine Jumper-Steckbrücken oder Jumper-Schalter auf Platinen, die gezielt Kontakte überbrücken, um Konfigurationen (z. B. Betriebsspannung, Adresswahl) einzustellen.


Symbolik

Für ein Steckbrett (Breadboard) und die Jumper-Wires gibt es in der klassischen Schaltplansymbolik keine genormten Buchstabenkennzeichnungen. Sie werden als lösbare elektrische Verbindung dargestellt.

Berechnungen

Zur Steckbrücke werden in den ET-Grundlagen keine Berechnungen angestellt.

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