Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-10-26)

Bezug zu ET1-04 Elektrischer Widerstand

Aufgabe

Bei der Qualitätskontrolle eines Drahtes aus unbekanntem Material werden zwei Widerstandsmessungen bei unterschiedlichen Temperaturen durchgeführt. Die erste Messung bei ergibt einen Widerstandswert von , die zweite Messung bei einen Widerstandswert von .

a) Berechnen Sie den Temperaturkoeffizienten des Drahtmaterials!

b) Bestimmen Sie den Widerstandswert bei der Bezugstemperatur von !

c) Identifizieren Sie das Material des Drahtes anhand des ermittelten Temperaturkoeffizienten!

◀️ zur Aufgabe


Lösung

Gegeben

Explizit gegeben:

  • Temperatur der ersten Messung:
  • Widerstand bei erster Messung:
  • Temperatur der zweiten Messung:
  • Widerstand bei zweiter Messung:

Bekannt:

  • Temperaturabhängigkeit des Widerstands:
  • Bezugstemperatur:

Gesucht

a) Temperaturkoeffizient in
b) Widerstand bei in
c) Materialidentifikation

a) Temperaturkoeffizient

Aufstellen der Gleichungen für beide Messpunkte:

Division der zweiten durch die erste Gleichung:

Einsetzen der Messwerte:

Umformen durch Ausmultiplizieren:

b) Widerstand bei 20°C

Aus der ersten Messgleichung:

Kontrolle mit der zweiten Messung:

c) Materialidentifikation

Der ermittelte Temperaturkoeffizient von entspricht exakt dem Literaturwert für Aluminium.

Das Drahtmaterial ist somit reines Aluminium, welches in der Elektrotechnik häufig als kostengünstiger Leiter eingesetzt wird, insbesondere bei Freileitungen und in der Energietechnik.

Aluminium als Leitermaterial Aluminium ist nach Kupfer das zweitwichtigste Leitermaterial in der Elektrotechnik:

  • Temperaturkoeffizient:
  • Spezifischer Widerstand:
  • Vorteile: Geringes Gewicht, kostengünstig
  • Nachteile: Höherer spezifischer Widerstand als Kupfer, Oxidationsneigung

Typische Anwendungen: Freileitungen, Stromschienen, Kabel für Energieübertragung


  1. Dimensionieren Sie den Querschnitt so, dass bei , , (Cu).
  2. Eine Kupferwicklung hat bei . Im Betrieb messen Sie . Schätzen Sie (nehmen Sie ).
  3. Bestimmen Sie den Arbeitspunkt einer linearen Quelle (, ) an grafisch und rechnerisch. (Hinweis: Innenwiderstandsmodell + Geraden im -Feld.)