Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2026-05-05)

Hendrik Wade Bode (1905–1982) war ein US-amerikanischer Elektroingenieur und Mathematiker niederländischer Abstammung. Er promovierte 1935 in Physik an der Columbia University und arbeitete den Großteil seiner Karriere bei den Bell Telephone Laboratories in New Jersey, wo er sich mit der Theorie elektrischer Netzwerke und der Stabilitätsanalyse rückgekoppelter Verstärker beschäftigte.
Bodes wichtigster Beitrag zur Elektrotechnik ist die nach ihm benannte grafische Darstellung des Frequenzgangs – das Bode-Diagramm. In zwei übereinander gezeichneten Diagrammen werden Amplitudengang (in Dezibel) und Phasengang (in Grad) jeweils über einer logarithmischen Frequenzachse aufgetragen. Diese Darstellung macht die Zusammensetzung komplexer Übertragungsfunktionen aus einfachen Faktoren unmittelbar sichtbar: Im Amplitudendiagramm addieren sich die Beiträge der einzelnen Pole und Nullstellen, jeder als asymptotische Gerade mit Steigung pro Dekade. Bode-Diagramme sind bis heute ein Standardwerkzeug in Elektronik, Regelungstechnik und Nachrichtentechnik.
Sein 1945 erschienenes Buch „Network Analysis and Feedback Amplifier Design” prägte die Stabilitätsanalyse rückgekoppelter Systeme. Aus ihm stammen auch das Bode-Stabilitätskriterium und die nach Bode benannten Sätze über den Zusammenhang zwischen Amplituden- und Phasengang minimalphasiger Systeme.
Referenz und zum Weiterlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hendrik_Wade_Bode
Bildquelle: Wikimedia Commons (gemeinfrei, IEEE History Center)
