Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-11-23)

Heinrich Friedrich Emil Lenz (1804–1865) war ein deutsch-baltischer Physiker, der insbesondere für seine Arbeiten auf dem Gebiet des Elektromagnetismus bekannt wurde.
Nach dem Studium und einer frühen akademischen Karriere in Dorpat (heute Tartu) und Heidelberg wirkte Lenz hauptsächlich als Professor und später Rektor an der Universität Sankt Petersburg. Er unternahm zahlreiche Forschungsreisen, unter anderem zur Vermessung geophysikalischer Phänomene und der Weltmeere, und wurde für seine Leistungen in der Wissenschaft mehrfach ausgezeichnet.
Lenz beschäftigte sich intensiv mit der von Michael Faraday entdeckten elektromagnetischen Induktion. Im Jahr 1833 formulierte er die heute als Lenz’sche Regel bekannte Gesetzmäßigkeit, die festlegt: Bei einer Änderung des Magnetfeldes entsteht ein Induktionsstrom stets so, dass sein eigenes Magnetfeld der Ursache der Induktion entgegenwirkt. Die Lenz’sche Regel ist ein anschauliches Ausdruck des Energieerhaltungssatzes und von zentraler Bedeutung für das Verständnis von Generatoren, Wirbelstrombremsen und allen elektromagnetisch-induzierten Effekten.
Neben dieser Regel untersuchte Lenz die Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstandes, entwickelte Messmethoden für Magnetfelder und prägte gemeinsam mit James Prescott Joule das Joule-Lenz-Gesetz zur Stromwärme. Auch im Bereich der Galvanoplastik und des Peltier-Effekts war er Forschungs-Pionier. Als Mathematiker und Experimentalphysiker brachte Lenz die russische und europäische Physik entscheidend voran. Seine Erkenntnisse sind bis heute Grundlage der elektrischen Energietechnik.
Referenz und zum Weiterlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Lenz
Bildquelle: Wikipedia
