Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-09-03)
Der elektrische Fluss (engl. electrical flux) beschreibt die Gesamtmenge der elektrischen Feldlinien, die durch eine bestimmte Fläche hindurchtreten. Er ist ein Maß für die elektrische Durchflutung einer Fläche.
1 Formelzeichen und Einheit
Das Formelzeichen ist der griechische Großbuchstabe („Psi“).
Die Einheit ist das Coulomb () oder Amperesekunde (), da beide äquivalent sind. Der elektrische Fluss wird mathematisch als Flächenintegral der elektrische Flussdichte definiert:
Dabei trägt nur jener Anteil des elektrischen Flusses bei, der normal zur Fläche steht.
2 Praxis-/Rechenbeispiele
- In einem Plattenkondensator mit homogenem Feld ist der elektrische Fluss , wobei die Plattenfläche ist.
- Das Gauß’sche Gesetz nutzt den elektrischen Fluss: Der Fluss durch eine geschlossene Fläche entspricht der eingeschlossenen freien Ladung.
- Bei Hochspannungsisolatoren wird der elektrische Fluss zur Berechnung der Feldverteilung verwendet.
- In Elektret-Mikrofonen ist eine konstante elektrische Flussdichte gespeichert.
3 Gängige Größenordnungen
- Kleine Kondensatoren: Nanoamperesekunden () bis Mikroamperesekunden ().
- Leistungskondensatoren: Milliamperesekunden ().
- Hochspannungsanwendungen: Amperesekunden () bis Kiloamperesekunden ().
4 Formulierungsbeispiele
- „Der elektrische Fluss durch die Kondensatorplatte beträgt .”
- „Nach dem Gauß’schen Gesetz ist der elektrische Fluss durch die Hüllfläche gleich der eingeschlossenen Ladung.”
5 Verwandte Größen
- Elektrische Flussdichte (): beschreibt die lokale Verteilung des Flusses
- Elektrische Ladung (): Nach dem Gauß’schen Gesetz gilt
- Elektrische Feldstärke (): Über die Permittivität verknüpft:
- Kapazität (): Bei Kondensatoren bestimmt der Fluss die gespeicherte Ladung.
6 Relevante Bauelemente
Kondensator, Isolator, Elektret-Mikrofon.
