Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2025-08-28)

Heinrich Rudolf Hertz (1857–1894) war ein bedeutender deutscher Physiker, der als Erster den experimentellen Nachweis für die Existenz elektromagnetischer Wellen erbrachte – genau jene Wellen, deren Existenz theoretisch von James Clerk Maxwell vorhergesagt worden war. Damit legte er das physikalische Fundament für Funk, Radio, Fernsehen und alle drahtlosen Kommunikationstechnologien, so auch für den Mobilfunk. Hertz wuchs in Hamburg in einer angesehenen Familie auf, studierte zuerst Ingenieurwesen und dann Physik in München und Berlin, und wurde später Assistent bei Hermann von Helmholtz. 1885 wurde er Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe.
Ab 1886 führte er die Experimente durch, die ihn weltberühmt machten: Mit einem sogenannten „Hertz’schen Dipol“ – zwei Metallstäbe mit einer Funkenstrecke – gelang es Hertz, elektromagnetische Wellen im Labor zu erzeugen und nachzuweisen. Er nutzte eine Empfangsschleife, in der Funken beobachtet werden konnten, sobald am Sender Funken sprangen. Dieses bahnbrechende Experiment bestätigte eindrucksvoll Maxwells Theorie und zeigte: Auch Licht ist – physikalisch betrachtet – eine elektromagnetische Welle.
Durch weiterführende Experimente konnte Hertz zeigen, dass sich elektromagnetische Wellen wie Licht reflektieren, brechen und polarisieren lassen und sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Die von ihm erzeugten Wellen hatten Wellenlängen von bis – ein Bereich, der heute für Radio- und Fernsehtechnik zentral ist. Praktische Anwendungen, wie die drahtlose Telegraphie und der Rundfunk, wurden erst nach Hertz’ Tod von anderen Forschern wie Guglielmo Marconi, Alexander Popow und Ferdinand Braun entwickelt.
Zu Ehren von Heinrich Hertz wurde die internationale Einheit der Frequenz, das Hertz (Hz), nach ihm benannt. Bis heute symbolisiert sein Name die Verbindung zwischen experimenteller Grundlagenforschung und moderner Kommunikationstechnik.
Referenz und zum Weiterlesen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hertz
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